30. September 2009

Jetzt folgt eine Zusammenfassung der vergangenen Tage. Am Wochenende haben wir es mal wieder gewagt die Wäsche zu waschen. Ergebnis: die Trockner funktionieren wieder. Man muss nicht mehr 3 Stunden auf trockene Wäsche warten. Faszinierend!! Freitag Abend sollte es zu einer spanischen Hausparty gehen. Da ich kein Wort Spanisch spreche war ich ja schon n Bissl nervös. Der Gastgeber war angeblich Mexikaner und hieß Alberto (der geschätze Leser wird das an sich schon schräg finden). Aus der mexikanischen Motto-Party wurde dann eine englische Party nach amerikanischem Vorbild: nach 1h konnte Keiner mehr gerade stehen bzw. die britischen Mädels waren nicht wirklich in der Lage ihre Klamotten am Körper zu behalten... Dabei kam raus, dass der "Mexikaner" kein Wort Spanisch kann, weil er Portugiese ist (Alberto, na logisch, hätt ich mir ja denken können). Der Alkoholkonsum der Party war wirklich nicht zu toppen. Der Tequila-Brunnen hat leider nur die erste Stunde des Abends überstanden. Da die Deutschen ja "nicht so party-tauglich sind" (Zitat der Briten), wurde es nach fast 2 Stunden auch Zeit uns zu verabschieden. Achja, wir sind auch erstmal ne Stunde zu spät bei der Party angekommen, weil der Portugiese uns die falsche Adresse gegeben hat(man kann ja schonmal die eigene vergessen ;-)).
Für den Samstag waren die Pläne anders. Nach einer Stunden Diskussion über die richtige Bar (die Jungs wollten in die, mit den Mädels in kurzen Röcken) kamen wir doch noch zu einem Kompromiss. In der Bar angekommen war die Musik aber zu laut um auch nur Getränke bestellen zu können. Nach 1h wollten die Jungs dann gehen (hatten in ner anderen Bar noch n Date). Uns zwei Mädels wars dann aber zu doof bei dem "Date" daneben zu sitzen. Deswegen gings dann ab ins "Warehouse". Uns gefiels da gut bis 3 Uhr. Das Ganze erinnert ans "Pulp" in Duisburg. Der Knaller des Abends war der Metal-Floor mit der englischen Version von 99 Luftballons. War der Hammer wie die Leute dazu abgegangen sind. Sogar Punks und Emo-Kinder. Ein richitges "Metal-girl" hatte n schwarzen Mantel und dazu n riesigen weißen Hasen als Rucksack. Briten halt.
Der Sonntag ging für die ewige Lernerei drauf. Tja und damit war das Wochenende auch schon vorbei. Dann von Montag bis heute war die Woche nicht ganz so berauschend. Das Tutorium von Criminalistcs war zwar super, aber ich darf bis zum 5.10. ein Gerichtsgutachten über einen realen Fall schreiben. Leider hab ich sowas noch nicht gemacht und bin dementsprechend nervös. Zusätzlich muss ich den Test über das erste Jahr mitschreiben ("Ich erwarte das von dir" Zitat Lektorin).
Heute waren die Vorlesungen da schon angenehmer. Aspects of Forensic Science ist echt n abgefahrenes Modul. Thema des heutigen Vortrags war der Nachweis von Kontakt mit einem bestimmten Gegenstand. Dazu gabs natürlich auch n Experiment. War echt cool. Studenten sind schon davon beeindruckt wenn Phenolphthalein pink auf nem Taschentuch wird!! War aber auf jeden Fall interessant. Nächste Woche besprechen wir Fälle aus der Gegend hier. Wenn uns die Photos zu grausam sind is das auch kein Problem wenn wir den Raum kurz verlassen. Die Profs sind da immer besorgt und wollen das Jeder das Beste aus den Vorlesungen rausholt (also keine Sorge Freunde ich komm nicht schockiert oder verstört wieder).
Zum Abschluss des Tages hab ich beim Post Office n Päckchen nach Germany geschickt. Der Inder am Schalter hat sich wirklich große Mühe gegeben mir was über den Postweg zu erklären. Hab ihn aber nicht verstanden (passiert mir bei den Indern hier öfter, sorry). Hoffe die Post kommt trotzdem richtig an.

Das Leben ist wie eine Pusteblume:
Wenn die Zeit gekommen ist muss jeder alleine fliegen!

24. September 2009

Donnerstag, 12-1 Uhr. Das war meine letzte Vorlesung für diese Woche. Das war bis jetzt auch eine der interessantesten. Criminalistics von einem ehemaligen Spezialisten für Körperflüssigkeiten und Blut-Muster ( wer kennt sie nicht...). Ich hätte nie gedacht, dass man schon vor der Untersuchung eines Beweisstücks so viele Fehler machen könnte. Absolut beeindruckend. Es war auchs eine erste Vorlesung und er war natürlich aufgeregt. Normal. Als dann CSI Miami kritisiert wurde wurds echt abgefahren: nicht jeder Spermafleck leuchtet (das kommt auf die Vitalität des Mannes an ;-)) und nicht jeder Fleck, der leuchtet ist Sperma. " Das säh bei nem riesigen Fleck auf der Schulter schon echt komisch aus. Sagen Sie mal wo haben Sie das denn her??" Die Dokumentation eines solchen Falls nimmt unheimlich viel Zeit in Anspruch. Jeder Schritt und jedes Material muss sofort dokumentiert werden. Zwischen den ernsten Teilen der Vorlesung mussten wir uns auch die Fehler des Spezialistenanhören "Naja es war halt n Freitagnachmittag und ich wollte in den Pub... Am folgenden Montag hat mir meine Mentorin fast den Kopf abgerissen." Studentenfrage:"Wieso denn das?" Antwort:" Ich hab das Blut auf der Jacke übersehen. Ich hab sie nur kurz angesehen und gedacht es sei kein Blut zu sehen. Das war falsch. Es war in den Kragen gelaufen."

Bei einem anderen Fall hat ein Mitarbeiter den linken und rechten Schuh!! eines Opfers vertauscht. "Wir sind halt alle nur Menschen". Unser Spezialist hat sogar an einigen (so ca. 100) Fällen gearbeitet, die groß in den britischen Medien waren. Er wollte uns aber nicht verraten, welche das waren. Er ist dabei sogar rot geworden und meinte er wollte eh nicht berümht werden. Nachdem eine Stunde Vorlesung vorbei war hat er sich ganz doll bei uns bedankt und war sichtlich erleichtert. Meiner Meinung nach war es dann Zeit für Lunch. Das sah die Kantine etwas anders. "Willst du nur Pommes und Erbsen? Für den Fisch musst du leider 30 Minuten warten." Das wollte ich natürlich icht und hab das Ganze so gegessen. Ist nicht wirklich empfehlenswert. Anschließend hab ich mich in der Bibliothek mit dem Computer fürs Bücherausleihen angelegt. Woher soll ich denn wissen, dass das Ding ne Minute braucht um meinen Barcode zu lesen!! Nach einer freundlichen Einweisung der Dame von der Rezeption hab ich das gemeistert und den Erstsemestern, die still und heimlich hinter mir standen, die ganze Fragerei ersparrt. Die kleine Biestis. Fanden das alle natürlich lustig. Klar, deutscher Student mit den Armen voller Bücher und kann sich nicht richtig ausdrucken. Muss echt verdammt witzig ausgesehen haben...

Um den Tag abzurunden gings gegen Abend zum "shoppen" zu Morrisons. Das is hier so ziemlich die größte Mall für Lebensmittel. Nach diesem Marathon war ich nicht mehr in der Lage mir Dinner zu machen. Zum Glück!! hatten meine Mitbewohner richtig englisches Essen vorbereitet: Kartoffelpüree mit Bratensauce und Mince-Pie. Das musste ich natürlich probieren und versprechen auch mal was richtig deutsches zu kochen. Mir ist bloß noch nichts ausser Rotkohl eingefallen. Bis jetzt hab ich den hier auch noch nicht gesehen. Mal schauen, was mir so einfällt. Morgen wird erstmal weiter für den Test gelernt und mal bei der Touristen-Information vorbeigeschaut. Und natürlich durch die Stadt gelaufen. Hier gehören wieder Bilder hin. Drückt mir die Daumen für nen schönen sturmfreien Stadtbummel.

22. September 2009

Der Wecker klingelte um 7.30. Damit war die Nact vorbei. Auf gings zu "Molecular and Cellular Biology". Auch hier gibts sowas wie ne "naughty corner". Nur ist sie diesmal vor der Tür. Wer 5 Minuten zu spät kommt darf draussen bleiben. Nach den einleitenden Worten verließ die Professorin den Raum um uns an eine Doktorantin weiterzugeben. Diese sieht kaum älter aus als einige von uns uns steht total auf HEFE. Ihr zweites Hobby sind Kurzfilme von Youtube. Diese werden im Abstand von wenigen Minuten in die präsi eingebracht. "Ja als ich in eurem Alter war gabs das nicht. Da mussten wir das alles zeichnen". Nach 4 Stunden Zuhören wurden wir entlassen. In 2 Wochen schreiben wir einen Test über den Stoff des vergangenen Jahres. Gut, dass ch ich da ja schon hier war. Jetzt heißt es also mal fix alles 10 Themen lernen und verstehen. Denn die Note zählt zu 10% für unsere Abschlussnote. Anyway. Bis jetzt war die Vorlesung aber gut verständlich. Im Schnellverfahren haben wir die Geschichte der Genetik und der Molekularbiologie gestreift und sind nun schon bei DNA-Repairing. Ich war echt beeindruckt.
Danach konnte ich auch endlich das Chaos meiner Studiengebüren beseitigen. Bis heute hatte ich von 3 Quellen 3 verschiedene Beträge. Bürokratie halt. Da ich aber auf meinem Ausweis viiieeel älter aussehe als in der Realität war das Schlangestehen vor den meisten Büros eine Kleinigkeit. Ich versteh echt nicht, warum man mich immer für älter hält. Was solls...
Zurück in meiner Wohnung war der kleine Putzfrau-Engel schon mit der ganzen Arbeit fertig. Morgens musste ich auf der Spüle frühstücken, da der Tisch nach der gestrigen Party unbedingt im Punsch baden wollte. Den soll mal einer verstehen...Mittags glänzte die Küche aber wie ein Schneemann. Ich war begeistert. Sogar ein neuer Lüfter und nen Badezimmerteppich haben wir jetzt. Nach dem erneuten Testen des achso-netten Feueralarms konnte ich mich ganz meinem Lernstoff widmen. Morgen ist der erste wichtige Gang zur Bibliothek fällig. Mal sehen wie lange ich die Bücher behalten kann.
Ich hab den Engländern übrigens ne deutsche Spezialität gezeigt: Möhrensalat mit Zwiebeln. Ich wurde beim Kochen schon zum zweiten Mal gefragt, ob das etwas typisch deutsches ist. Das hab ich zwar verneint, bin mir aber nicht sicher ob sie mir das glauben. Morgen gibt es dann mal richitges Gemüse (von ALDI). Cu

21. September 2009

Das britische Studentenleben hat mich gepackt! Heute um 9 am gings los. Ich hatte meine erste Vorlesung: Criminalistics. Okay erstmal nur ne kleine Einführung. Aber die grundsätzlichen Sachen der "forensic sciences" Wurden schon abgedeckt. Uns wurde auch das erste forensische labor von Preston vorgestellt. Das Inventar hat 1930 nur 21 Pfund gekostet. Mittlerweile natürlich mehr. Ob wir in diesem Modul aber Laborarbeit haben werden bezweifel ich. Wir werden eher über verschiedene Fälle und die Aufgabe von Forensikern sprechen. Der Prof hat schon zu Anfang seine "naughty corner" vorgestellt. Jeder, der zu spät (ja auch bei 5 Minuten) kommt, muss in dieser Ecke sitzen und wird während der Vorlesung drangenommen. "Man muss einfach Prioritäten setzen." Nach zwei Stunden Vorlesung wars meiner Meinung nach Zeit fürs Mittagessen (11.30). Aber Nein!!! Es gab Frühstück in der Mensa: Speck, Eier, Würstchen und andere lustig klingende Sachen. Also musste selber gekocht werden. Damit ich mich richtig erholen konnte gabs und gibts für jede Vorlesung einen besonderen Service: der Prof lädt Notizen hoch und wir müssen sie nur noch ausdrucken. Leider lässt er dabei bewusst Lücken oder gibt Links mit ergänzendem Lesestoff an. Keine langen Gesichter!!! Sonst wärs doch echt zu einfach.
In meiner Wohnung angekommen gabs leider keine guten Nachrichten. Der für heute angekündigte Putzdienst war leider nicht da. Muss ich das halt selber machen. Is auch gut. Bis jetzt klingt mein erstes Modul interessant. Ich hoffe diese Stimmung bleibt bis morgen erhalten. Dann lern ich "Molecular and Cellular Biology" kennen. Selbstverständlich gibt es auch dafür Tutorien. Das wars von meinen ersten Vorlesungsabenteuern. Jetzt muss ich schnell in die Küche und heißes Wasser klauen, bevor alles für "Jelly with vodka" draufgeht. Leider wird hier nämlich um 10 pm das heiße Wasser abgestellt.
P.S. das wird mein neues Haustier

18. September 2009


Die ersten 2 Wochen sind fast überstanden. Bis jetzt konnte man hier noch nicht viel für die Uni erledigen. Das angebotene Frühstücksbuffett ist nicht mein Fall: Fetter Speck und braun gebrutzelte Würste. Die erste Woche glich oft einem Kindergarten, aber ich glaube das muss so sein. Das ist auch nicht negativ gemeint. Wir hatten Fragekärtchen um uns besser kennen zulernen. Abgefahren, wie wir darauf abgegangen sind. Jetzt kennt bestimmt Jeder Jeden. Bei einem Starbucks-Kaffee geht das aber noch besser. Bis heute hab ich auch schon etliche Shopping-Touren hinter mir. Größtenteils ging diese Zeit für Tassen, Teller, Töpfe und Putzmittel drauf. Putzmittel kann man einfach nicht zu wenige haben ;-) Nach mehreren Putzattacken meinerseits musste auch noch was für die Völkerverständigung getan werden: Chili con Carne-Kochen mit den niederländischen Austauschstudenten. Dabei kam raus, wofür wir Deutschen in Holland berühmt sind: Peter Fox, Schnappi das Krokodil und TOKIO HOTEL. Den Rest der Woch wurde die Völkerverständigung beim Einkaufen erledigt. Leider mussten wir vorher ein Sicherheitsquiz über uns ergehen lassen. Das war echt schockierend. Letztes Jahr ist hier eine Studentin auf dem Rad vom Bus erfasst worden. Sie ist auf der "falschen" Seite gefahren. Danach kam ein Spot über einen Verkehrsunfall, bei dem einem fast die Tränen kamen. Ein 22-jähriger Student aus der Gegend hier hatte einen tödlichen Autounfall. Die gesamte Fahrerseite war einfach nicht mehr da.
UUnd dann hab ich wohl was wichtiges erledigen können. Mein enrolment. Es scheint so als hätte ich ein Fach zu wenig. "Don´t worry. It´s allright." -Das war die dazugehörige Standardanwort. Jedes Problem von Seiten der Studenten wird sofort gelöst. Sogar wenn wie in meinem Fall einfach ein Fach VERGESSEN wird. Anyway.
Am Ende von Woche 1 gings nach Liverpool. Während der Busfahrt dahin mussten wir uns anschnallen. Der Busfahrer konnte sich seine Kommentare zu unseren Gesichtern nicht verkneifen und meinte:" Just like kids for school". In Liverpool angekommen gings zu den Albert Docks. Leider hatte ich keine Zeit für eine "Beatles-Tour". Wird beim nächsten Mal erledigt. Auf dem Weg in die Stadt haben wir uns bei den Docks fast in "Little Hollywod" verlaufen.
Das erste richtige Wochenden hie ging dann für meine Wäsche drauf. Die Wäschetrockner scheinen hier anders zu funktionieren. Erst nach 3-maligem Gebrauch war die Wäsche trocken. Am folgenden Tag sind meine Mitbewoner eingezogen. Alle das erste Mal alleine Ohne Eltern. Sehr schüchtern und trinkfest. Naja und dann natürlich nicht mehr schüchtern. Abends gings dann mit dem Bus nach Blackpool. Programm: Blackpool Illuminations. Sehr schön zum Angucken. Es wär aber wünschenswert gewesen auch mal aussteigen zu dürfen.
In der zweiten Woche hab ich dann fast mit den Vorlesungen angefangen. Ich habe einen persönlichen Tutor. Echt nicht schlecht. Heute gabs dann das erste Meeting meines Studienfaches und meines Jahrgangs. Insgesamt 15 Leute. Ich freu mich auf die nächste Woche

15. September 2009



Hi there!
Hier ist mein frisch erstellter eigener Blog. Das Internet funktioniert jetzt und ich kann von meiner ersten Woche berichten. Am 5.9. hab ich die Reise über den großen Teich angetreten. Nach einer Stunde und 10 Minuten bin ich an Manchester Airport gelandet. Dann hieß es Koffer, Rucksack und Sandwich packen und zum Bahnhof laufen. Das Ticket nach Preston hatte ich schon übers Internet bestellt. Nach 1 Stunde Zugfahrt war ich endlich um 22.33 Uhr Ortszeit in Preston. Nach nur 5 Minuten Fussmarsch mit zusätzlichen 25kg Gepäck war ich am kleinste aber einsten Hotel der Stadt. Mein Zimmer lag im 3. Stock, aber es gab absolut leckres Frühstück am nächsten Morgen. Der Abholsevice der Uni hat leider nicht funktioniert. So fand ich mich mmit einem Holländer in einem indisch eingerichteten Taxi wieder. Die Kommunikation war wirklich exotisch. Nach Schlüsselabholen und Wohnblocksuchen fand ich endlich mein Zimmer. Die Aussicht ist nicht berauschend, aber das Zimmer ist für meine Verhältnisse groß.